The Burtterfly Effect | Affenfaust Galerie

17.06.2022 - 09.07.2022

Coco Bergholm

The Butterfly Effect

Was macht Wandel möglich? Können nur die großen Gesten Veränderung bewirken oder ist auch bereits in der winzigsten Bewegung – wie etwa der eines Flügelschlags – ein Potenzial für Änderung inhärent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Coco Bergholm in ihrer Einzelausstellung THE BUTTERFLY EFFECT.

Der Begriff „Butterfly Effect” („Schmetterlingseffekt”) stammt von dem US-amerikanischen Meteorologen Edward Norton Lorenz, der 1972 einen wissenschaftlichen Vortrag mit dem folgenden Titel hielt: „Predictability: Does the Flap of a Butterfly’s Wings in Brazil set off a Tornado in Texas?” („Vorhersehbarkeit: Löst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas aus?”) Aus seinen hier vorgestellten Untersuchungen wurde deutlich, dass kleinste Variationen in einem dynamischen deterministischen Prozess, wie etwa in einem Wettermodell, später zu sehr großen Unterschieden führen können. Diese empfindliche Abhängigkeit von den Anfangsbedingungen wurde somit als Schmetterlingseffekt bekannt und ebnete Lorenz letztlich den Weg in die Chaostheorie.

Coco Bergholm testet das Phänomen des Schmetterlingseffekts nun auf einer bildlich-konzeptuellen Ebene aus. So nutzt sie das allegorische Bild des Schmetterlingseffekts, um uns Betrachter*innen die Idee unserer eigenen Wirkungsmacht näher zu bringen. Ihre gemalten Falter beherrschen die ‘Kunst’ der Mimese, Mimikry und der Mutation. Wir könnten diese zum Anlass nehmen, um Fragen nach unseren Entwicklungsmöglichkeiten zu stellen: Inwieweit sind wir bereit oder fähig, uns an Gegebenheiten anzupassen? Erliegen wir unserer Trägheit oder können uns flexibel und bewusst auf Neues einlassen? Und – Bedeutet Wandel vielleicht auch immer Ver-wand-lung?

Die Ausstellung THE BUTTERFLY EFFECT eröffnet uns Besucher*innen neben den gemalten Faltern noch eine Vielzahl an weiteren Denkräumen. So präsentiert Bergholm in einer ihrer Arbeiten eine Reihe an ausgewählten Schlüsselmomenten in Form von Geschichten, die vor Ort als Podcast gehört werden können. In dieser erforscht sie einer soziologischen Studie gleich, welcher Impuls jeweils für eine radikale Veränderung ausschlaggebend war. Verweise zum Thema Wandel werden in einem Fanzine mit Text- und Bildersammlung vorgestellt und Installationen laden teils zur Interaktion und zu Verwandlungen ein. Jede*r einzelne kann so nachspüren, inwieweit sich etwas Neues vielleicht erst formen kann, wenn gegebene Strukturen hinterfragt werden.

(Text: Helene Osbahr)

Laufzeit

17.06.2022 - 09.07.2022

Öffnungszeiten

Mittwoch, Donnerstag und Samstag, 14-18 Uhr

Location

Affenfaust Galerie

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