Snyder
Meine Arbeiten sind ein Spiel mit Ordnung und Auflösung. Ich greife auf ordnende Elemente der gebauten Welt zurück – Bahnschilder, Wände, Züge – und lasse sie unter fließenden Linien und Farbverläufen verschwimmen. Strukturen weichen einer neuen, organischen Bewegung, als würde das Starre ins Fließen geraten. Die Inspiration dafür liegt in der chromatischen Aberration – einem physikalischen Farbfehler, der sich über digitale und analoge Abbildungsverfahren tief in unsere visuelle Wahrnehmung eingeprägt hat. Ich nutze diesen Effekt wie eine Art Schmelzprozess: An den Farbsäumen entstehen Unschärfen, das Ausgangsobjekt löst sich Schicht für Schicht auf und das bisher Unbekannte wird herausgeholt. So entstehen Momente, in denen unsere gewohnte Bildwelt ins Wanken gerät – als würde sich hinter der Oberfläche eine andere, ungeahnte Tiefe zeigen. Es ist dieser schmale Grat zwischen Vertrautem und Veränderung, zwischen Kontrolle und Auflösung, der meine Arbeiten prägt – ein Zwischenraum, in dem das Auge für einen Moment innehält.